Tabakindustrie - Böhle Liste aller im Internet findbaren Fabriken, ehemalige und auch noch
tätige Betriebe. Diese Liste ist nur ein kleiner Ausschnitt sämtlicher Betriebe
und wird laufend aktualisiert. Fehlende Betriebe können auch beim Handelsregister
Register Portalnachgeschlagen werden. Ich bitte um Mithilfe
bei der Vervollständigung der Liste.
Schrift im Blau - existierende Betriebe Schrift in Gelb - ungesicherte Daten Schrift in Grün - Größe und Umfang der tabakverarbeitenden
Industrie Schrift in Rot - neuer oder aktualisierter Datensatz TaFa - Tabakfabrik (Rauch-,Schnupf- und/oder
Kautabaktabak und/oder Zigarren und/oder Cigaretten oder alles in einem Betrieb) ZiFa - Zigarrenfabrik (ausschließlich Herstellung
von Zigarren, Stumpen etc.) KaFa - Kautabakfabrik (ausschließlich Herstellung
von Kautabak, Priem, Stangen, Rollen etc.) CiFa - Cigarettenfabrik (ausschließlich Herstellung von
Cigaretten) SnuFa/Brafa - Schnupftabakfabrik/Brasiltabakfabrik
(ausschließlich Herstellung von Schnupftabak, Schmalzler etc.) Filialen/Größe der Belegschaft: bis 50 = 1, bis 100 = 2, bis 500
= 3, ab 500 = 4, ist der Versuch die Größe mittels Näherungswerten zu beschreiben Zulief - Zulieferer, Lieferant Handel - (Groß-)Händler, Vertrieb Bland, admin. Einheit - Bundesland oder administrative Einheit exist - Status des Betriebes, ob tätig oder bereits erloschen
Laden/Betrieb
Filialen
Größe
Art
PLZ
Ort
Bland, admin.
Einheit
exist
Land
Zigarrenfabrik
August Böhle, gegr. 1868, Stammhaus in Hamburg
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ja
2
ZiFa
20000
Hamburg
Hamburg
nein
Deutschland
Zigarrenfabriken
Böhle & Cie., Stammhaus in Hamburg, Filialen u.a. in Mosbach, Michelbach,
Blankenbach, Alzenau, Schnellmannshausen
ja
2
ZiFa
20000
Hamburg
Hamburg
nein
Deutschland
Zigarrenfabriken
Böhle & Cie., Stammhaus in Hamburg, hier Filiale in Ottensen
ja
2
ZiFa
20000
Hamburg-Ottensen
Hamburg
nein
Deutschland
Zigarrenfabriken
Böhle & Co., Stammhaus in Hamburg, hier Filiale in Michelbach
ja
2
ZiFa
57610
Michelbach
(Westerwald), Lkr. Altenkirchen
Rheinland-Pfalz
nein
Deutschland
Zigarrenfabriken
Böhle & Co., Stammhaus in Hamburg, hier Filiale in Langenselbold
ja
2
ZiFa
63505
Langenselbold,
Lkr. Main-Kinzig-Kreis
Hessen
nein
Deutschland
Zigarrenfabriken
Böhle & Co., Stammhaus in Hamburg, hier Filiale in Mosbach
Den Tabak gerollt in der Havilla beim Pfarr - Main-Echo.de
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and jump]
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(Sicherung)
Die Antwort auf die Frage, ob es früher in Blankenbach Zigarrenfabriken
gab, lautet stets »Ja, die Havilla beim Parr«. Besagter Parr befand sich in
Großblankenbach, denn das war die in der 14. Rundgang-Folge vorgestellte
Vorläufergaststätte des heutigen Landgasthofs Behl. Der 15. Teil unseres Rundgangs wird
zeigen, dass die Geschichte der Zigarrenfabriken im Ort etwas umfangreicher ist.
Es waren niederländische und wallonische Emigranten, die Hanau wirtschaftlichen
Aufschwung brachten: Es gibt Belege, nach denen die hessische Nachbarstadt 1609 den
größten Tabakhandel in Deutschland vorweisen konnte und dieser Tabak in vielen
europäischen Königshäusern geschätzt wurde.
Mit Eröffnung der Kahlgrundbahn 1898 erschlossen sich für die Tabakhändler neue
Gebiete, denn im armen Kahlgrund war man froh, wenn man sich etwas dazu verdienen konnten.
Billig waren die Arbeitskräfte zudem, und so siedelten um die Jahrhundertwende zahlreiche
Zigarrenfabrikanten aus Hanau, Offenbach und Heidelberg Filialen an. Bis 1895 wurden im
Kahlgrund zehn Fabriken gezählt. Um 1905 waren bereits über 850 Menschen - meist Frauen
- in 21 Zigarrenfabriken beschäftigt. 20 Arbeitsplätze im Saal Kunkel
Laut Ortschronik tauchen im Gewerberegister die ersten Zigarrenfabriken in
Kleinblankenbach auf. Das waren um die Jahrhundertwende August Philips und Söhne
aus Großauheim mit 15 und ab 1904 Christian Angersbach aus Offenbach
im Saal Kunkel (die ehemalige Gaststätte »Zum grünen Tal« in der Bahnhofstraße) mit
20 Arbeitskräften. Aufgelistet sind ferner 1905 Albin Burkhard mit elf
Arbeiterinnen sowie 1907 die Firma Ludwig Grün aus Bad Orb. Ab 1908
beschäftigte die Firma Rehling und Blank ein Zigarrensortiergeschäft
mit Meister und zwei Hilfsarbeitern. Dass das ebenfalls im Saal Kunkel gewesen sein soll,
daran erinnert sich niemand, nicht einmal die Betreiber dieser ehemaligen Gaststätte.
Jeder spricht nur von der Havilla Zigarrenfabriken GmbH Heidelberg beim
Parr. Bevor sie am 1. Januar 1942 auf der Blankenbacher Bildfläche erschien, gab es noch
die Firmen Böhle und Cie. aus Hamburg (um 1911) sowie M. und F.
Liebhold AG (um 1940).
Der Rohtabak kam in großen Ballen aus Sackleinen aus Sumatra, Brasilien, Mexiko und Kuba.
In den Filialen wurden die gepressten Blätter sortiert und angefeuchtet. Nach Entfernung
der Rippen wurden sie glattgestrichen, getrocknet und gemischt, um das gewünschte Aroma
zu erhalten. Diese Arbeitsgänge erledigten Männer, danach rollten Mädchen und Frauen
ein Tabakblatt zusammen mit zerkleinertem Tabak auf. Diesen Wickel genannten Rohling
legten sie in eine hölzerne Form, die aus zwei Teilen bestand und in der jeweils 20
Wickel Platz hatten. In Heimarbeit wurden die Wickel mit dem Deckblatt versehen und,
verpackt in Holzkisten, zu den Stammwerken gebracht. Dort landeten sie in den klassischen,
kleinen Zigarrenkisten und danach in aller Welt.
»Wir haben über dem Saal der Gaststätte Parr gewohnt, denn unser Vater war Werksmeister
bei der Havilla«, erinnert sich Gerda Milleder, wie sie 1953 mit ihren beiden
Geschwistern und den Eltern Adolf (1919-1991) und Theresia Schneider (1915-1996) nach
Blankenbach kam. In den Glanzjahren beschäftigte die Filiale bis zu 120 Frauen,
einschließlich der Heimarbeiterinnen. Schneider, der bis zur Schließung der Filiale 1964
in Blankenbach und danach bis zum endgültigen Aus für die Zigarrenindustrie 1968 bei der
Schimborner Firma Rinn und Cloos arbeitete, brachte unter anderem die
Wickel zu den Heimarbeiterinnen. 1968: »Der Zigar« geht zu Mahle
Nach dem Aus der Zigarrenherstellung wurde ihr Vater, der nur als »der Zigar« bekannt
war, weil er nie ohne Zigarre unterwegs war, Werkstoffprüfer bei Mahle in Alzenau. Dort
war er auch Vorsitzender des Betriebsrats, den er mit Erich Uftring um 1968 ins Leben
rief. 1962 wurde Schneider Mitglied der SPD, die er von 1972 bis kurz vor seinem Tod im
Gemeinderat vertrat. Außerdem war er Vorsitzender von Turnverein und Feuerwehrverein.
1975 erhielt er die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik. Die Ehrung
mit der goldenen Bürgerverdienstmedaille der Gemeinde erlebte er nicht mehr, sie wurde
von Tochter Gerda entgegengenommen.
Aufgrund ihrer Lage profitierten Groß- und Kleinblankenbach in vieler Hinsicht vom Bau
der Kahlgrundbahn. Davon erzählen die folgenden Teile unseres Rundgangs. Marion Stahl
->
Erklärung:
Ich sammle vorrangig Informationen zu Betrieben aus Deutschland und dem restlichen
Europa. Ich bin auch an Informationen zu Betrieben aus aller Welt interessiert. Dabei
möchte ich etwas erfahren über die Geschichte, den Werdegang und wirtschaftliche Daten.
Inbesondere möchte ich darstellen welche Betriebe den wirtschaflichen
Konzentrationsprozess überlebten bzw. welche Betriebe durch die Konzentration
übernommen wurden. Diese Angaben sammle ich dann auf der Seite "Steckbriefe" und werden entsprechend dem Erkenntnisstand
aktualisiert. Die Daten der Betriebe werden hier geografisch sortiert von Nord nach Süd
und von West nach Ost.
Ich bin kein Sammler von Dosen, Schachteln und sonstigen Gegenständen
(Sammelobjekten), die die Existenz von ehemaligen Betrieben belegen. Doch die
Informationen, die Sammler von diesen Gegenständen haben wie die Firmendaten, Logos,
Schriftzüge, Embleme, Banderolennummern (die Herstellernummer auf den Steuerzeichen),
Orts- und Zeitangaben sind für mich interessant.
MKR [mf]
Mein kleiner Rauchsalon
von Matthias Flachmann
aus Duisburg
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