Tabakindustrie - Stadt Mihla
Thüringen Liste aller im Internet findbaren Fabriken, ehemalige und auch noch
tätige Betriebe. Diese Liste ist nur ein kleiner Ausschnitt sämtlicher Betriebe
und wird laufend aktualisiert. Fehlende Betriebe können auch beim Handelsregister
Register Portalnachgeschlagen werden. Ich bitte um Mithilfe
bei der Vervollständigung der Liste.
Legende
Schrift im Blau - existierende Betriebe Schrift in Gelb - ungesicherte Daten Schrift in Grün - Größe und Umfang der tabakverarbeitenden
Industrie Schrift in Rot - neuer oder aktualisierter Datensatz TaFa - Tabakfabrik (Rauch-,Schnupf- und/oder
Kautabaktabak und/oder Zigarren und/oder Cigaretten oder alles in einem Betrieb) ZiFa - Zigarrenfabrik (ausschließlich Herstellung
von Zigarren, Stumpen etc.) KaFa - Kautabakfabrik (ausschließlich Herstellung
von Kautabak, Priem, Stangen, Rollen etc.) CiFa - Cigarettenfabrik (ausschließlich Herstellung von
Cigaretten) SnuFa/Brafa - Schnupftabakfabrik/Brasiltabakfabrik
(ausschließlich Herstellung von Schnupftabak, Schmalzler etc.) Filialen/Größe der Belegschaft: bis 50 = 1, bis 100 = 2, bis 500
= 3, ab 500 = 4, ist der Versuch die Größe mittels Näherungswerten zu beschreiben Zulief - Zulieferer, Lieferant Handel - (Groß-)Händler, Vertrieb Bland, admin. Einheit - Bundesland oder administrative Einheit exist - Status des Betriebes, ob tätig oder bereits erloschen
Laden/Betrieb
Filialen
Größe
Art
PLZ
Ort
Bland, admin.
Einheit
exist
Land
1864 war die erste Mihlaer Zigarrenfabrik in das Handelsregister
eingetragen, bis 1920 folgten 15 weitere. Wichtige Zigarrenfabriken der 20er Jahre
befanden sich u.a.:
[...]
[...]
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Tabak- und
Cigarrenfabriken Gottlob Nathusius, hier Zweigfabrik
Justinius Wiener u
Gottfried Illert, Zigarrenfabrik, seit 1864
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Adler/Reiß
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Eisenhardt/Riedel
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Lämmerhirt
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Nickol, später "Konsum"
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Pook
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Reiß
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Schmidt
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Schrader & Co.
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Triebel
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabrik
Werstedt
[...]
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Zigarrenfabriken
G.C. Blankenburg, hier Filiale
ja
1
ZiFa
99826
Mihla
Thüringen
nein
Deutschland
Weiterführende Quellen:
-> Google Suche
-> Google Bilder Suche
Stadt Mihla
Zigarrenfabriken
Aus der Ortsgeschichte-Zigarrenfabriken
Bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es in Mihla außer einer kleinen
Wachstuchfabrik und einer Leinenfabrik, die beide mit nur wenigen Beschäftigten und zudem
nur kurzzeitig existierten, keinerlei Industrie im Ort. Lediglich eine Ziegelhütte
(Besitzer Baumbach, Flurname In der Ziegelhütten") arbeitete für den Bedarf
im Ort. Erst im letzten Drittel des Jahrhunderts setzte sich die bereits in den
benachbarten Orten und im Eichsfeld beheimatete Zigarrenindustrie auch in Mihla fest. Ohne
Vorläufer zu haben, war dieser Industriezweig typisch für jene Gebiete, die abseits
industrieller Zentren lagen. Hier gab es genügend Arbeitskräfte, die mit wesentlich
geringeren Löhnen als in den Industriezentren zufrieden waren.
Am 10.7.1864 ließen die Mihlaer Justinius Wiener und Gottfried
Illert die erste Zigarrenfabrik in das Handelsregister eintragen. Justinius
Wiener sah darin eine Möglichkeit, rasche Gewinne zu machen. Nachdem er bereits 1851
einen wirtschaftlichen Ruin hatte durchmachen müssen, sollte er diesmal auf die richtige
Karte gesetzt haben. 1867 übernahm er noch eine Feuerversicherungsagentur im Ort, so dass
sein Geschäft bald guten Gewinn abwarf.
Dem Beispiel der ersten Mihlaer Zigarrenfabrikanten folgten bald weitere. Eisenacher,
Treffurter, Mühlhäuser und später auch Firmen aus Kassel und Bremen ließen
Zweigfilialen einrichten. 1880 arbeiteten die Firmen H. Eisenhardt
(Treffurt) und Fr. Riedel (Mühlhausen) im Ort. Schon wenig später
entstanden weitere Fabriken. Viele Versuche, meist nur mit den Mitgliedern der eigenen
Familie begonnen, gingen schon bald wieder ein; einige jedoch hatten Bestand. Bis zum
Ausbruch des Ersten Weltkrieges arbeiteten zeitweise bis zu 15 Fabriken
unterschiedlichster Größe.
[Bild] Hamburger Zigarrenfabrik, die in Mihla auf dem Pfarrmünster produzieren ließ.
[Bild] Zigarrenfabrik und Verkaufsladen Pook auf dem Kleinen Markt.
Um 1880 entstand auf dem Pfarrmünster die Fabrik der Firma Schrader & Co.
Sie entwickelte sich in den nachfolgenden Jahren zur größten Mihlaer Zigarrenfabrik. Der
bei Schrader angestellte Zigarrenmeister Johann Adam Lämmerhirt machte
sich noch 1880 selbständig und begründete eine eigene kleine Fabrik (Gebäude der
Darlehenskasse"). 1898 richtete der Unternehmer Adler in den
Nebengebäuden des Bauernhauses Quehl eine weitere Fabrik ein. Die Gebäude der Fabrik
(später Wehrstädt) sind noch heute erhalten.
Weitere Zigarrenfabriken entstanden. So die Fabriken Pook
(Karl-Marx-Platz) und Münsterstraße (später Schmidt, Begründer ebenfalls Pook), Triebel
(die Gebäude sind neben dem Hölzerkopfhaus noch erhalten), Böhnhardt
(Reiß), die Firmen Landmann und Brinkmann. Neben den heute noch als Fabrikgebäude
genutzten Häusern ehemals Schmidt und Pfarrmünster waren diese Fabriken neben den
bereits beschriebenen untergebracht im Gebäude des späteren Konsum-Einkaufszentrums, im
Haus Steinhäuser, im heutigen Rentnertreff und im Haus Kirchner.
Um die Jahrhundertwende hatte das größte Unternehmen, Schrader, bereits
über 100 Personen, vor allem Frauen, beschäftigt. Die Tabakarbeiter wurden von der
bäuerlichen Bevölkerung lange Zeit als Hungerleider" verschrien. Davon
kündet auch ein in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts von besagtem Justinius Wiener
verfasstes 84strophiges Gedicht über Mihla Mihla ist ein groß Revier..." Erst
in der vorletzten Strophe kommt Wiener auf die Tabakarbeiter zu sprechen und tut dies in
dem üblichen verhöhnenden Ton:
Zuletzt sei noch gedacht der Leut,
die Zigarren machen allezeit.
Mancher, mancher arme Held
verdient damit sein schönes Geld ..."
Q: https://www.mihla.de/zigarrenfabriken
->
->
Erklärung:
Ich sammle vorrangig Informationen zu Betrieben aus Deutschland und dem restlichen
Europa. Ich bin auch an Informationen zu Betrieben aus aller Welt interessiert. Dabei
möchte ich etwas erfahren über die Geschichte, den Werdegang und wirtschaftliche Daten.
Inbesondere möchte ich darstellen welche Betriebe den wirtschaflichen
Konzentrationsprozess überlebten bzw. welche Betriebe durch die Konzentration
übernommen wurden. Diese Angaben sammle ich dann auf der Seite "Steckbriefe" und werden entsprechend dem Erkenntnisstand
aktualisiert. Die Daten der Betriebe werden hier geografisch sortiert von Nord nach Süd
und von West nach Ost.
Ich bin kein Sammler von Dosen, Schachteln und sonstigen Gegenständen
(Sammelobjekten), die die Existenz von ehemaligen Betrieben belegen. Doch die
Informationen, die Sammler von diesen Gegenständen haben wie die Firmendaten, Logos,
Schriftzüge, Embleme, Banderolennummern (die Herstellernummer auf den Steuerzeichen),
Orts- und Zeitangaben sind für mich interessant.
MKR [mf]
Mein kleiner Rauchsalon
von Matthias Flachmann
aus Duisburg
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Kontaktaufnahme bitte über das Forum